Fortbildung für Multiplikator/innen aus Jugendarbeit, Jugendhilfe und Schule zum Thema «gleichgeschlechtliche Lebensweisen»
Eine Flut an Arbeit, Umstrukturierungsprozesse in den Einrichtungen, vielfache Nöte der Kinder und Jugendliche und zahlreiche Fortbildungen… Manchmal ist es einfach zu viel. In diesem Kontext fallen Auseinandersetzung mit gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und Homophobie, der Diskriminierung von Lesben, Schwulen und bisexuellen Menschen, häufig hinten runter. Aber auch wenn Homophobie manchmal nicht entsprechend greifbar scheint, so stellt sie dennoch gerade in Jugendkulturen auch weiterhin ein großes Problem dar: Laut einer Studie aus dem Jahr 2002 stehen 61 % der Jugendlichen in Deutschland Lesben und Schwulen und ihren Lebensweisen ablehnend gegenüber. Das Berliner Landesinstitut für Schule und Medien weist darauf hin, dass bei homosexuellen Jugendlichen neben psychischen Konsequenzen wie Ess-Störungen auch von einer mindestens viermal so hohen Rate von Suizidversuchen wie bei heterosexuellen Jugendlichen auszugehen ist. Die befragten Jugendlichen geben als Gründe häufig Diskriminierungserfahrungen und ein Gefühl von unerträglicher Isolation an. Dabei geht es nicht primär um körperliche Gewalt, sondern um alltägliche Abwertung und Ausgrenzungen. Beschimpfungen wie «schwule Sau!» oder Aussagen wie: «Ihh… die sind ja lesbisch!» sind Alltag an jeder Schule und dort, wo sich Jugendliche in ihrer Freizeit treffen.
Doch wie kann diesen offenen und subtilen Diskriminierungen und Normierungen in Arbeitsalltag begegnet werden? Welche Bilder und Vorstellungen von Homosexualität, von Lesben und Schwulen gibt es und wie wirken sie sich auf Kinder und Jugendliche, ihre Selbstdarstellung und ihren Umgang mit (ihrer) sexuellen Orientierung(en) aus?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir in der Fortbildung auf kreative Weise nachgehen. Neben einem kurzen aktuellen und historischen Überblick werden wir vielfältige praktische Übungen und Materialien vorstellen, die Sie und Ihr für die Auseinandersetzung mit sexueller Orientierung und Homophobie in Ihrer/Eurer Arbeit nutzen könnt. Es wird die Möglichkeit geben, konkret Fragen und Herausforderungen aus dem eigenen Arbeitsalltag zu bearbeiten.
Datum: 26. Mai 2010 von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr
Ort: Nachbarschaftshaus am Teutoburger Platz, Fehrbelliner Str. 92, 10119 Berlin
Anmeldung: bis zum 12.5 mit angehängten Formular bei der Netzwerkstelle [moskito]
Seminarleitung : Fei Kaldrack (Netzwerkstelle [moskito])
Koray Yılmaz-Günay (GLADT e.V.)

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