Der Journalist Günther Wallraff über alltagsrassistische Erfahrungen

Wer kennt ihn nicht, den Journalisten Günther Wallraff, einst in die Rolle eines so genannten Gastarbeiters aus der Türkei geschlüpft, anschließend berichtete er über seine Erfahrungen aufm Bau. Jetzt gibt es einen Kinofilm, dieser läuft Ende des Monats an, und zeigt sehr schön, wie Alltagsrassismus in der Gesellschaft hier erfahren wird, denn in diesem Fall verkleidete sich Wallraff als ein Mensch mit schwarzer Hautfarbe. Im Folgenden seine Erfahrungen in der Wochenzeitschrift “Die Zeit”. Alleine die Frage stellt sich, warum jemand sich als ein Mensch mit schwarzer Hautfarbe verkleiden muss, damit über Alltagsrassismen auch im Mainstream-Kino berichtet wird.

“Meine Hautfarbe, die Perücke mit den krausen Haaren – meine Verkleidung ist nicht perfekt, aber wieder fällt mir auf, was mich schon bei meinen Recherchen als Türke “Ali” verblüfft hat: Die meisten schauen nicht so genau hin. Diesmal reise ich ein Jahr lang immer wieder als Schwarzer durch Deutschland, durch Ost und West. Ich unternehme diesen Bootsausflug, gehe zu Straßenfesten, mische mich unter Fußballfans, spreche bei Behörden vor. Ich will herausfinden, wie es sich als Schwarzer in Deutschland lebt, ob die Vorstellung vom unverbesserlich fremdenfeindlichen deutschen Wesen nur noch ein Klischee ist – oder ob das von der Boulevardpresse gepflegte Schreckbild vom Schwarzen als Dealer, Asylbetrüger und Kriminellen die Stimmung im Lande kennzeichnet.”

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