25. September
Osama (83 Min / 2003)
Siddiq Barmak
Im Fokus des Films steht die gesellschaftliche Situation der Frauen in Afghanistan nach 1995, die von nun an weder einen Beruf ausüben noch sich unverschleiert und ohne einen männlichen Begleiter auf die Straße trauen durften. Die Widersprüchlichkeit und Unmenschlichkeit dieser „Regelungen“, die Ausdruck radikaler Taliban-Ideologie sind, wird zu Beginn des Films demonstriert und ist zugleich der Hauptkonflikt, um den sich die Handlung dreht.
Eine verwitwete Krankenschwester, die aufgrund des Berufsverbots keine Möglichkeit mehr hat, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, verkleidet ihre Tochter als Jungen, damit es fortan für den Unterhalt der Familie sorgen kann. Als es bei der Arbeit von einem Taliban aufgegriffen und in ein Ausbildungslager für Korankrieger gebracht wird, beginnt ein Spießrutenlauf durch eine männerdominierte, religiös-fanatische Welt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man hinter ihr Geheimnis kommt.
In der OASE Pankow, Schönfließer Straße 7


Da hier ja auch für die Filme in der OASE-Pankow geworben wird, hier ein Kommentar zu einem Film, der ebenfalls gezeigt wird. Ich selber kenne den Film gar nicht, aber ich bin in einer Mail drauf aufmerksam geworden. Doch bildet euch selber eine Meinung, ein guter Debattenprozess ist sicherlich hilfreich.
Über Geschmack, über Grenzen des guten Geschmacks, ja selbst über Geschmacklosigkeiten kann man normalerweise jederzeit und tagelang streiten, über den Versuch Selbstmordanschläge gegen Zivilisten als heldenhafte Aktion des Widerstandes anzupreisen kann es keine Diskussion geben. Die Koordinierungsstelle Rechts in Pankow sieht das etwas anders. Innerhalb der von ihr organisierten Internationalen Filmreihe wollen die angeblichen Antirassisten am morgigen Freitag, den 30. Oktober 2009, den Film “Paradies Now” dem geneigten Publikum im Cafe Multi-Kulti vorführen. Dieser Film, in dem die fiktive Geschichte zweier Selbstmordattentäter in Palästina erzählt wird, kann getrost als antizionistisches Machwerk bezeichnet werden, und hat deshalb im Cafe Multi-Kulti nichts zu suchen.
Antisemitische Apostel
Der Film Paradies Now versucht die moralische Rechtfertigung für ein Selbstmordattentat zu liefern. Der Zuschauer begleitet Said, die Hauptfigur, auf dem Weg in den von einer islamischen Terrororganisation bestimmten Märtyrertod. Die unterschiedlichen Charaktere sollen zwar auf eine Alternative zum Märtyrertod verweisen, jedoch spricht die Symbolik des Films gegen eine solche. Alles führt notwendig auf den Weg zum Selbstmordakt.
So wird im Film „Das Abendmahl“ von da Vinci nachgestellt, an Stelle der Apostel sitzen jedoch die Mitglieder der Terrorgruppe. An Stelle des Jesus sitzt Said. Die Sequenz folgt den Vorbereitungen des Attentats. In der Symbolik des Films nimmt Said die Rolle des Jesus ein, für den westlichen Zuschauer wird er zum göttlichen Erlöser weltlicher Ungerechtigkeit stilisiert. Er ist es, der auf der Suche nach den richtigen Mitteln im Kampf gegen den Aggressor am Ende den roten Knopf drückt, während sein schwächelnder Kompagnon sich dann doch lieber fürs Leben und gegen den Tod entscheidet
Im Film scheint es so, als gebe es für Said keine andere Wahl, als wäre der einzig richtige Weg der Tod der Zivilisten, der Tod der Juden. Dies wird in der Schlussszene deutlich: Said sitzt in einem vollbesetzten Bus. Die Kamera fährt in langsamer Fahrt auf Said zu. In der letzten Einstellung verweilt sie einige Sekunden in Großaufnahme auf Saids Augen. Der Film schließt mit einem gleißenden Licht, der Zuschauer erfährt nichts über die Konsequenzen der Tat.
„Frauen ohne Unterleib, Männer ohne Kopf, Kinder ohne Arme und Beine, Blut und Eingeweide in den Sitzreihen, verbrannte Fleischbrocken überall. Nichts davon.“ Quelle.
Die Israelis werden den ganzen Film hinweg als eine “schweigende Wand” dargestellt. Der einzige Israeli, der zu Wort kommt ist der Gehilfe der Attentäter. Und der hat sich, nach antisemitischem Muster, für Geld an sie verkauft. Einzig und Allein der starre Blick des Täters bleibt dem Zuschauer im Gedächtnis.
Erschreckend festzustellen ist für uns, dass fortschrittliche Antirassisten mit der Filmvorführung sich bereitwillig zum Helfershelfer der antisemitischen Internationale machen. Wir verwehren uns gegen die kritiklose und unkommentierte Vorführung dieses Films im Cafe Multi-Kulti. Die völlig einseitige Darstellung des Nah-Ost-Konflikts und die klar antizionistischen und antisemitischen Ressentiments werden wir nicht tolerieren.